Besetzung:

Spielansager: Karsten Leschke
Jedermann: Oliver Kai Müller 
Buhlschaft: Mélanie Linzer
Mammon / Tod: Alexander Valerius
Mutter: Ursula Stampfli
Teufel: Bastian Hahn
Gott: Julius Suhr

Bühne: Karsten Leschke

Musik-Arrangements: Christian Suhr, Bastian Hahn

Text, Musik & Inszenierung: Christian Suhr

Spieldauer: ca. 110 Minuten  (eine Pause)

Premiere 26.8.2017 beim Festival VOLK IM SCHLOSS

BB-Premiere 08.09.2017 



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Jedermann 

frei nach Hugo von Hofmannsthal

Das Mysterienspiel von Hugo von Hofmannsthal, 1911 in einem Berliner Zirkus von Max Reinhardt uraufgeführt, wird seit 1920 jedes Jahr bei den von Autor und Regisseur selbst begründeten Salzburger Festspielen gezeigt und ist bis heute eine kultuelle Institution geworden: Alle Jahre wieder reißen sich Besucher um die Karten und berühmte Schauspieler um die Rollen – während das Stück von der Kritik wahlweise als volkstümlich oder naiv verspottet wird …

Subtile Aussagen sucht man im Text auch tatsächlich vergeblich, findet dafür aber haufenweise Moral: Der reiche Jedermann führt ein frevelhaftes Leben und soll vor Gottes Gericht geführt werden. In seiner Todesstunde verlassen ihn Geliebte, Freunde und Verwandte und er erkennt, dass alle materiellen Güter vergänglich sind. In letzter Minute findet er zum Glauben, bereut seine Sünden und wird durch die Gnade Gottes gerettet …

Was will uns das heute sagen? Die Salzburger Festspiele erteilen einmal im Jahr Absolution?

Man sieht der Handlung die Nähe zu Goethes Faust und den mittelalterlichen religiösen Mysterienspielen an. Der erzkonservative und tiefreligiöse Hofmannsthal wollte diese wieder zum Leben erwecken, weil er in der Geschichte von Jedermann eine allgemeingültige, zeitlose Wahrheit vermutete.

Der Frage, ob diese "Wahrheit" überhaupt exisitiert und wie sie denn angeblich lautet, wollen wir in einer zeitgenössischen Neufassung einmal bescheiden und ironisch „auf den Zahn fühlen“ …

EINE RHYTHM & BLUES MISTERY SHOW!

Gott ist stinksauer. Wir leben in einer säkularen, bigotten Welt und hetzen als „Jedermänner“ dem schnöden Mammon hinterher – nur leider bewegt der sich immer schneller als wir. Der größte Jedermann ist der neue amerikanische Präsident. Er hatte seinen Namen verkauft und ging pleite – deshalb mußte er Präsident werden. Jetzt kennt die ganze Welt seinen Namen, und keiner fragt mehr nach der Steuererklärung. Er verspricht allen Verlierern, sie wieder zu Gewinnern zu machen („great again“) – und alle „glauben“ ihm, obwohl sie wissen, daß er sie belügt.

Warum? Weil jeder insgeheim hofft, irgendwann selbst so skrupellos, ehrgeizig und vor allem so erfolgreich werden zu können wie der „große, weiße Mann“ …

Auf einer seiner ersten Reisen, die Welt zu beglücken, besucht unserer Jedermann Rüsselsheim, um Frau Merkel zu beweisen, daß er allein in kürzester Zeit die Opelwerke und die Stadt sanieren und in eine erfolgreiche Zukunft führen kann: "Believe me!"

Daß das nicht wirklich gutgehn kann, wird spätestens klar, als sich beim "Hessenball" ein ungebetener Gast an die Fersen des selbsternannten Retters heftet.

Doch wer hilft nun ihm? Gott wohl eher nicht …

Premierenfotos von Franziska Eichholz

26.8.17 VOLK IM SCHLOSS