
PREMIERE am 20.8. 2010 im Schloß Dornberg (Groß-Gerau) DER EINGEBILDETE KRANKE
«Bei den Preisen kann es sich ja bald keiner mehr leisten, krank zu sein!» "Folglich hätte ich denn in diesem Monat gebraucht: eine, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht Mixturen, und eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn, elf, zwölf Klistiere; und letzten Monat waren's zwölf Mixturen und zwanzig Klistiere. Da ist's freilich kein Wunder, wenn ich mich diesen Monat weniger wohl fühle als den vorigen. Ich muß es Herrn Purgon sagen, damit er beizeiten vorbeugt. Heda! – Räumt mir das alles hier weg." Er bemerkt, daß niemand im Zimmer ist. "Niemand hier! – Ich mag noch so viel sagen, sie lassen mich immer allein; da hilft nichts, sie lassen sich nicht halten." Nachdem er mit einer Handklingel geschellt. "Niemand hört mich, und meine Klingel ist nicht laut genug." Er schellt wieder. "Sie sind alle taub! – Toinette!" Schellt abermals. "Grade als ob ich gar nicht klingelte. Spitzbübin! Galgenbrut!" Er schellt. "Aus der Haut möchte man fahren!" – Er schellt nicht mehr, sondern schreit aus allen Kräften. "Klingling ling ling ling ling! – Zum Teufel mit dir, du Rabenaas! Ist's denn erhört, einen armen Kranken so allein zu lassen? – Klingling ling ling ling ling! – Das ist doch wahrhaftig zum Erbarmen. Klingling ling! Ach, du lieber Gott, sie werden mich hier sterben, lassen! – Klingling ling!" Natürlich möchte er auch, dass seine Tochter Angelique einen Arzt heiratet. Diese ist jedoch in Cléante verliebt. Gemeinsam mit Argans Hausmädchen Toinette unternimmt Béralde, der Bruder des vermeintlich Kranken, mehrere Versuche, Argan von seiner Arzt-Besessenheit zu heilen. Zunächst vergeblich. Argan wittert überall Feinde. Schließlich überreden ihn die beiden, sich tot zu stellen, um dann herauszufinden, wer ihn denn nun wirklich liebt. Hierbei erkennt Argan die wahre Liebe seiner Tochter und die Geldgier seiner zweiten Frau, die nicht die leibliche Mutter Angeliques ist und eigentlich nur auf sein Ableben und somit das Erbe gewartet hat... Angelique steht es am Ende frei, zu heiraten, wen sie möchte – unter der Bedingung, dass ihr Zukünftiger ein Arzt ist oder wird. Aber anstatt Cléante zum Apotheker zu machen, wie dieser vorschlägt, überredet Béralde den Hypochonder dazu, doch lieber gleich selbst Arzt zu werden. Und siehe da: Der Hypochonder ist geheilt. Auch eine Art von "Gesundheitsreform" … |
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mit
Claudio Altese
Valerie Bolzano
Oliver Kai Müller
Finn Hanssen
Mélanie Linzer
Beate Krist
Christian Suhr
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Porträt Molières als Dichterfürst (1658) von Nicolas Mignard

Honoré Daumier:
Der eingebildete Kranke