
WERK & WIRKUNG Verzeichnis & Informationen •Der Hessische Landbote, 1834 – zusammen mit Friedrich Ludwig Weidig (Flugschrift) •Dantons Tod, 1835 (Drama) •Lenz, 1835 (Erzählung) •Leonce und Lena, 1836 (Lustspiel) •Woyzeck, 1837 (Fragment) •Pietro Aretino (Das Drama über Pietro Aretino ist verschollen) Übersetzungen •Lucretia Borgia, 1835 (Übersetzung des Dramas von Victor Hugo) •Maria Tudor, 1835 (Übersetzung des Dramas von Victor Hugo)
Editionsgeschichte Vierzehn Jahre nach Georg Büchners Tod brachte sein Bruder Ludwig 1850 die „Nachgelassenen Schriften“ heraus. „Woyzeck“ beispielsweise wurde darin nicht aufgenommen, u. a. deshalb, weil das Manuskript stark verblasst und weitgehend unleserlich war. Der österreichische Schriftsteller Karl Emil Franzos publizierte 1879 „Georg Büchner: Sämmtliche Werke und handschriftlicher Nachlaß“, darin war dann auch das Fragment zum ersten Mal in einer stark überarbeiteten Fassung dem Publikum zugänglich. Er setzte auch die auf Streitigkeiten von Wilhelmine Jaegle mit Büchners Geschwistern über seine Hinterlassenschaft beruhende Vermutung in die Welt, Büchners Verlobte hätte den Pietro Aretino aus Gegnerschaft gegen atheistische Tendenzen des Werkes vernichtet. Dafür gibt es jedoch keine weiteren Anhaltspunkte. Sie selber hat klargestellt, dass sie ausschließlich persönliche Korrespondenz zurückgehalten habe. Fritz Bergemann gab „Sämtliche Werke und Briefe“ heraus. Die nicht abgeschlossene „Kritisch-historische Ausgabe“ von Werner R. Lehmann war auch die Grundlage von „Werke und Briefe in einem Band“ des Carl Hanser Verlages im Jahr 1980. „Sämtliche Werke, Briefe und Dokumente in zwei Bänden“, herausgegeben von Henri Poschmann, ist die jüngste Edition von Büchners Gesamtwerk (seit 2002 als Taschenbuch im Insel-Verlag). Die Marburger Büchner-Ausgabe, eine historisch-kritische Ausgabe der Sämtlichen Werke und Schriften Georg Büchners, soll in zehn Bänden im Zeitraum von 2000 bis 2012 erscheinen. Bis 2007 lagen vor: Dantons Tod (Band 3, in vier Teilbänden), Lenz (Band 5), Leonce und Lena (Band 6), Woyzeck (Bd. 7, in zwei Teilbänden) und Übersetzungen (Band 4).
Büchner im Film •Von der DEFA wurde 1979 unter der Regie von Lothar Warneke das Leben Büchners im Film Addio, piccola mia verfilmt. •Woyzeck wurde bisher seit 1947 zwölf mal verfilmt, am bekanntesten sind die Verfilmung der DEFA (Wozzeck, 1947, Regie Georg Klaren, Hauptrolle Kurt Meisel) und von Werner Herzog mit Klaus Kinski und Eva Mattes in den Hauptrollen. •Dantons Tod wurde bisher viermal verfilmt, Lenz zwei-, Leonce und Lena dreimal.
Literatur Werkausgaben •Georg Büchner: Sämtliche Werke und Briefe - Historisch-kritischen Ausgabe mit Kommentar, Hg. v. Werner R. Lehmann, Hanser Verlag, 3. Auflage, München 1979, ISBN 3-446-12935-9 •Georg Büchner: Werke und Briefe - Nach der historisch-kritischen Ausgabe von Werner R. Lehmann, 3. Auflage, Hanser Verlag, München 1984. ISBN 3-446-12883-2 •Georg Büchner: Sämtliche Werke. Hg. v. Henri Poschmann. 1. Auflage, Insel Verlag, Frankfurt a. M. 2002, ISBN 3-458-06653-5 •Historisch-kritische Ausgabe der Sämtlichen Werke und Schriften Georg Büchners (Marburger Ausgabe) Sekundärliteratur •Hans Mayer: Georg Büchner und seine Zeit. Frankfurt a.M. 1972, ISBN 3-518-36558-4 •Walter Grab (unter Mitarbeit von Thomas Michael Mayer): Georg Büchner und die Revolution von 1848. Der Büchner-Essay von Wilhelm Schulz aus dem Jahr 1851. Text und Kommentar. Königstein im Taunus 1985, ISBN 3761083106 •Georg Büchner: Revolutionär – Dichter – Wissenschaftler (1813–1837). Der Katalog der Ausstellung Mathildenhöhe, Darmstadt vom 2. August bis 27. September 1987. Basel, Frankfurt am Main: Stroemfeld/Roter Stern 1987. •Burghard Dedner / Günter Oesterle (Hgg.): Zweites Internationales Büchner Symposium 1987. Referate. Hain, Frankfurt a. M. 1990 (Büchner Studien, Bd. 6), ISBN 3-445-08900-0 •Henri Poschmann (Hg.): Wege zu Georg Büchner. Internationales Kolloquium der Akademie der Wissenschaften (Berlin-Ost). Peter Lang, Berlin 1992, ISBN 3-86032-004-1 •Jan-Christoph Hauschild: Georg Büchner - Biographie. Metzler, Stuttgart/Weimar 1993, ISBN 3-548-26505-7 •Jan-Christoph Hauschild: Georg Büchner. Rowohlt, Reinbek 1993 u.ö. (rowohlts monographien 503), ISBN 3-499-50670-X •Gerhard P. Knapp: Georg Büchner. 3., vollst. überarb. Aufl. Metzler, Stuttgart 2000 (Slg. Metzler 159), ISBN 3-476-13159-9 •Christoph Dreyer: Georg Büchners 'Leonce und Lena' und Antonin Artauds 'Theater der Grausamkeit': Wege poetischer Wirklichkeit. Berlin 2002 [1]
Weblinks Wikisource: Georg Büchner – Quellentexte •Werke von Georg Büchner bei Zeno.org •Werke von Georg Büchner im Projekt Gutenberg-DE •Georg Büchner in der Internet Movie Database •Georg-Buechner-online.de des Büchner-Herausgebers Henri Poschmann •Forschungsstelle Georg Büchner |
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Der Hessische Landbote
▪ "Friede den Hütten! Krieg den Pallästen!" - Erste Botschaft. Darmstadt, im Juli 1834. S. 1
▪ "Das Gesetz ist das Eigenthum einer unbedeutenden Klasse von Vornehmen und Gelehrten, die sich durch ihr eignes Machwerk die Herrschaft zuspricht." - Erste Botschaft. Darmstadt, im Juli 1834. S. 2
▪ "In Ordnung leben heißt hungern und geschunden werden. Wer sind denn die, welche diese Ordnung gemacht haben, und die wachen, diese Ordnung zu erhalten?" - Erste Botschaft. Darmstadt, im Juli 1834. S. 2
Dantons Tod
▪ "Adieu, mein Freund! Die Guillotine ist der beste Arzt." - 4. Akt, 7. Szene / Danton
▪ "Das Verbrechen hat kein Asyl, nur gekrönte Verbrecher finden eins auf dem Thron." - 2. Akt, 7. Szene / Ein Deputierter
▪ "Das Volk hasst die Genießenden wie ein Eunuch die Männer." - 1. Akt, 5. Szene / Danton
▪ "Das Volk ist ein Minotaurus, der wöchentlich seine Leichen haben muss, wenn er sie nicht auffressen soll." - 1. Akt, 4. Szene / Lacroix
▪ "Die Revolution ist wie Saturn, sie frißt ihre eignen Kinder." - 1. Akt, 5. Szene / Danton. Der diesem Zitat zugrunde liegende Ausspruch stammt von Pierre Vergniaud
▪ "Die Statue der Freiheit ist noch nicht gegossen, der Ofen glüht, wir alle können uns noch die Finger dabei verbrennen." - 1. Akt, 1. Szene / Danton
▪ "Für das Volk sind Schwäche und Mäßigung eins; es schlägt die Nachzügler tot." - 1. Akt, 5. Szene / Lacroix
▪ "Was ist's denn, wenn ich auf eine Leiche trete, um aus dem Grab zu klettern?" - 3. Akt, 5. Szene / Laflotte
▪ "Wer in einer Masse, die vorwärts drängt, stehenbleibt, leistet so gut Widerstand, als trät' er ihr entgegen: er wird zertreten." - 1.Akt 6.Szene / Robbespierre
▪ "Wir haben nicht die Revolution, sondern die Revolution hat uns gemacht." Danton
▪ "Wir sind Dickhäuter, wir strecken die Hände nacheinander aus, aber es ist vergebliche Mühe, wir reiben nur das grobe Leder aneinander ab - wir sind sehr einsam." - 1. Akt, 1. Szene / Danton
Leonce und Lena
▪ "Für müde Füße ist jeder Weg zu lang." - 2. Akt, 2. Szene / Leonce
▪ "Ich bin so jung, und die Welt ist so alt." - Leonce
▪ "O Himmel, man kommt leichter zu seiner Erzeugung, als zu seiner Erziehung." - 1. Akt, 3. Szene / Valerio
▪ "O, eine sterbende Liebe ist schöner, als eine werdende." - 1. Akt, 3. Szene / Leonce
▪ "Denn wer arbeitet, ist ein subtiler Selbstmörder, und ein Selbstmörder ist ein Verbrecher, und ein Verbrecher ist ein Schuft, also, wer arbeitet, ist ein Schuft" - 1. Akt, 1. Szene / Leonce
Woyzeck
▪ "Es wird mir ganz angst um die Welt, wenn ich an die Ewigkeit denke." - Hauptmann
▪ "Ich bin nur in Krieg gegangen, um mich in meiner Liebe zum Leben zu befestigen." Hauptmann
▪ "Jeder Mensch ist ein Abgrund, es schwindelt einem, wenn man hinabsieht." Woyzeck
▪ "Mensch, sind noch die Narren von Verstande, dann ist man selbst ein Narr." - Marie
▪ "Moral, das ist, wenn man moralisch ist Hauptmann
▪ "Wenn man kalt ist, so friert man nicht mehr." - Woyzeck